Die TeilnehmerInnen der Arbeitstagung der Allianz „Menschen.Würde.Österreich“ fordern politisch Verantwortliche und Medienschaffende zu einem differenzierten und den Menschenrechten entsprechenden Umgang mit den Themen Asyl und Migration/ Integration auf.

Nach Österreich geflüchtete Menschen und Österreicherinnen und Österreicher verbindet ein Wunsch: Ein Leben in Sicherheit und Frieden, ein Leben, das durch eigene Arbeit in der Existenz abgesichert ist.

 

Sie sind da – sie sind NachbarInnen, FreundInnen, KollegInnen, MitarbeiterInnen.

Viele der nach Österreich geflüchteten Menschen zeigen, dass sie sich trotz schwierigster Rahmenbedingungen integrieren wollen. Sie bleiben während der Wartezeit auf ihren Asylbescheid nicht – wie zwangsverordnet – untätig.

Im Gegenteil: Sie lernen Deutsch, engagieren sich freiwillig in Gemeinden und Vereinen, schließen Freundschaften, begleiten ihre Kinder. Jugendliche sind Teil ihrer Schulgemeinschaft oder haben eine Lehre in Mangelberufen begonnen. Das alles oft mit tatkräftiger Unterstützung von freiwilligen HelferInnen, die tagtäglich für ein neues Miteinander arbeiten.

Diese Geflüchteten tun genau das, was von ihnen erwartet wurde – trotzdem leben sie in Angst und Unsicherheit ohne fixen Aufenthaltstitel.

 

Modernes Bleiberecht

Niemand versteht es, dass oft auch genau jene Menschen abgeschoben werden sollen, die unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unser Land stärken. Für diese Menschen fordern wir ein modernes Bleiberecht über das Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz – unter Einbindung von Ländern und Gemeinden.

 

Sicheres Leben

Wir wollen eine Veränderung der derzeitigen Praxis, Asyl- oder subsidiär Schutzberechtigten ohne Berücksichtigung ihrer dokumentierten Leistungen in Österreich, den weiteren Aufenthalt abzuerkennen.

Noch vehementer treten wir gegen jegliche Abschiebung nach Afghanistan, ein kriegs- und terrorzerrüttetes, schlicht lebensbedrohliches Land auf. Afghanistan ist #nichtSicher!

Die ständige Unsicherheit bei Betroffenen zerstört sämtliche Perspektiven und gefährdet den sozialen Frieden, Integrationsleistungen werden zerstört, Job-Bemühungen erschwert, die Gesundheit gefährdet – es erinnert an Willkür.

 

Gemeinsam für ein gelingendes Zusammenleben

Als Engagierte für geflüchtete Menschen wehren wir uns gegen alle, die diffamieren und pauschal bewerten. Wir verlangen, dass Bund, Länder, Gemeinden gemeinsam mit Geflüchteten und Zivilgesellschaft für ein neues Miteinander arbeiten.

Dazu braucht es ausreichend und flächendeckend Angebote an Deutschkursen, bis zum Niveau B2. Umso mehr, da die Existenzsicherung durch die Mindestsicherung an Sprachkenntnisse gebunden ist.  Alles andere wäre zynisch. Neue Verordnungen und Gesetzesnovellen müssen den Betroffenen in geeigneter Weise zur Kenntnis gebracht werden.

 

Schwerpunkt: Frauen

Insbesondere für Frauen sind gezielte Maßnahmen für Spracherwerb, Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt zu setzen. Hier ist in der Gestaltung der Maßnahmen auch auf bestehende Obsorgepflichten für Kinder zu achten (Sprachkurse und Kinderbetreuung).

Wenn es gelingt, gerade Frauen zu ermutigen und durch Sprache und Bildung zu qualifizieren, so hat ihre Selbstständigkeit auch positive Auswirkungen auf ihre Familien, Partner und Kinder.

Zivilgesellschaft und Geflüchtete haben seit 2015 sehr viel allein geschafft – es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung dies anerkennt.

Unser Einsatz hat ein Ziel #Menschen.Würde und ein #gutesMiteinander.

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