Wir müssen aufeinander schauen –

Kurzbotschaft an das Pfarrnetzwerk Asyl in Verbundenheit mit den Anliegen der abgesagten Mahnwache am 20.März 2020

Die Mahnwache des Pfarrnetzwerk Asyl, bei der unser Initiator Christian Konrad aufgetreten wäre,  musste aufgrund der aktuellen Situation natürlich verschoben werden. Unsere Botschaft aber bleibt, deswegen appelliert er online: 

„Wir müssen aufeinander schauen – in Österreich und in der Welt.“ (Christian Konrad)

Wir müssen aufeinander schauen – in Österreich und in der Welt. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass wir nur gemeinsam Entscheidendes bewegen können. Es ist schön zu sehen, dass Österreich auch jetzt in dieser herausfordernden Zeit voller Zusammenhalt steckt und dass Verlass auf die vielen freiwilligen HelferInnen und Organisationen ist. 

Das ist für mich nicht überraschend, denn schon 2015 haben Menschen in Österreich Großartiges geleistet. Während Politik und Verwaltung damals vielfach überfordert waren, haben Menschen in Österreich einfach die Ärmel aufgekrempelt und bedingungslos geholfen. An den Grenzen, an den Bahnhöfen, in den Not- und Transitquartieren ist damals jenes Österreich sichtbar und wirksam geworden, auf das wir alle stolz sein dürfen. Durch diese herausfordernde Situation sind neue Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements entstanden, die in Österreich nicht mehr wegzudenken sind. Und zehntausende BürgerInnen haben nach 2015 weiter Verantwortung für geflüchtete Menschen in Österreich übernommen. Wir sind ein hilfsbereites Österreich, wir leben Menschlichkeit – damals und heute. 

Aber, nicht nur „Corona“ ist eine Gefahr für Europa. Es geht auch um den Umgang mit den Menschen die bereits in Europa auf den griechischen Inseln darauf warten, dass ihr Asylantrag den rechtsstaatlichen und menschenrechtlichen Standards Europas entsprechend bearbeitet wird. Nicht jeder/jede wird ein Recht auf Asyl haben, aber jeder/jede hat das Recht auf ein faires Verfahren – und das in einer menschenwürdigen, sicheren und die Gesundheit nicht gefährdenden Situation.

Die Menschen in Österreich wollen menschlich bleiben, auch im weltweiten Kontext –  auch hier ist die österreichische Bundesregierung gefordert. Denn Menschlichkeit ist nicht auf die eigenen vier Wände, die eigene Stadt, das eigene Land beschränkt. Wir müssen aufeinander schauen.

(c) Foto: Menschen.Würde.Österreich / Susanne Reiterer (bearbeitet von Pfarrnetzwerk Asyl)

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