Der Bärenwirt. Ein offenes Haus der Begegnung und Vielfalt.

Der Bärenwirt. Ein offenes Haus der Begegnung und Vielfalt.

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Im Dezember 2014 schuf Elisabeth Steiner im Gasthaus „Bärenwirt“ in Weitensfeld im Gurktal, einen Ort der Begegnung für Geflüchtete und Einheimische. Das Gasthaus, welches bereits von ihren Großeltern betrieben wurde, soll geflüchteten Menschen nicht nur eine Unterkunft bieten, sondern auch ein Ort der Geborgenheit sein. „Hier im Bärenwirt soll die Brücke zwischen Orient und Okzident gebaut werden. Ich will damit ein Zeichen der Menschlichkeit setzen“, beschreibt Elisabeth Steiner das Projekt.

Vor knapp drei Jahren öffnete die ehemalige Journalistin, Geflüchteten diverser Religionen – von Muslimen, aramäischen Christen, Jesiden und Parsen, über Buddhisten, Sikhs und Atheisten – Tür und Tor jenes Hauses, welches in den 1930er Jahren von ihren Großeltern gekauft und seither betrieben wurde. Ihr eigenes Verständnis von Integration ist, dass der Schlüssel für ein gemeinsames und harmonisches Miteinander im Kennenlernen anderer Personen und Kulturen liegt: „Um Unterschiede zwischen sich und anderen kennenzulernen, ist die Begegnung mit „den Fremden“, das Einlassen, Zuhören, Leben und Erleben derer Kultur und deren Werten notwendig und wichtig.“

 

Ein klares Zeichen für Integration setzen.

Elisabeth Steiner war von Anfang an klar, dass der Gasthof „Bärenwirt“ für viele der Geflüchteten nur eine Zwischenwelt ist. Eine Welt, in der sie vor ihrer furchtbaren Vergangenheit fliehen und für einen Moment die vage Hoffnung auf ein besseres Leben in sich tragen können. Jeden Tag kümmerte sie sich aufopfernd um ihre Gäste, um all jenen die Wartezeit bis zu einer Entscheidung hinsichtlich ihres Asylantrags etwas zu erleichtern oder das Erlebte kurzzeitig vergessen zu machen. Durch den täglichen Kontakt mit AsylwerberInnen erkannte sie rasch die Wichtigkeit z.B. des Essens als Brücke zu deren verlorener Heimat und ging bewusst und liebevoll darauf ein. Beim Bärenwirt arbeiten in der Küche alle zusammen. Im Gastraum wird gegessen und getrunken, wie in jedem anderen Gasthaus. Ein offenes Haus in dem Klartext geredet wird: „Wo Menschen sind, gibt es auch Konflikte, auch bei uns. Mir geht es darum, zu zeigen, wie man mit Konflikten umgehen kann. Bei gutem Willen kann es sehr wohl möglich sein, Menschen auf der Flucht in unsere Mitte zu nehmen, sie zu versorgen. Bei aller kulturellen und religiösen Verschiedenheit, wir müssen gemeinsam über eine Brücke gehen. Über eine Brücke des gegenseitigen Respekts, der Achtung der Andersartigkeit und der Wahrung der Menschenwürde, damit Integration gelingen kann“, erklärt Elisabeth Steiner.

Mit dem Projekt „Bärenwirt“ will sie ein klares Zeichen für Integration setzen. Ein Zeichen der Menschlichkeit und der Hilfsbereitschaft für Personen aus fremden Ländern und Kulturen. Einfach weil man kann und weil es wichtig ist. Menschen wie Elisabeth Steiner legen den Grundstein für gelebte Integration. Ihr ist bewusst, dass sie das Gesamtkonstrukt Flüchtlingspolitik nicht alleine bewältigen kann, sie ist aber der Meinung, dass jeder von uns zumindest seinen persönlichen Beitrag dazu leisten und mit gutem Beispiel voran gehen kann. „Wir können nur einen winzigen Baustein nach dem anderen für die Grundpfeiler dieser Brücke in uns und in den Flüchtlingen legen. Jeder kann, jeder muss das tun. Die große Brücke können nur wir alle miteinander bauen. Von beiden Seiten. Möglich, dass das unfertige Bauwerk manchmal wackelig wird oder gar einstürzt, doch dann müssen wir wieder von vorne anfangen.“

Fremdeznzimmer.

Zusammen mit dem Fotografen Gerhard Maurer berichtet Elisabeth Steiner im Buch „FremdenZimmer“ kritisch, ehrlich und voller Hoffnung, wie Integration funktionieren kann. Die Motive von Maurer sind bewusst anders, keine Portraits, aber dafür die Geschichte eines Lebens im Warteraum. Das Buch zeigt Erinnerungen an die Familie, an ein anderes Leben in einem anderen Land.

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