3. Vernetzungstreffen der Zivilgesellschaft  

Samstag, 23.November 2019

10.00h – 18.30h – Einlass ab 9.00 Uhr
mit anschließendem Ausklang bei Getränken & Brötchen

Bildungszentrum Arbeiterkammer Wien – Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien
Erreichbarkeit: Buslinie 13A, Straßenbahnlinie D, Ubahnlinie U1

Wir laden Sie herzlich zu unserem 3. Vernetzungstreffen der Zivilgesellschaft am 23.November 2019 in das Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien ein. Gemeinsam möchten wir neue Akzente in der Unterstützung der freiwilligen Initiativen und Einzelpersonen aus ganz Österreich im Einsatz für geflüchtete Menschen setzen. 

Für diesen Tag haben wir ein Programm mit Fokus auf die Themen “Rechtsstaat” und “Psychosoziale Gesundheit” vorbereitet, zu dem wir Sie herzlich einladen möchten.

Um Anmeldung wird unter office@mwoe.at gebeten. 

Die Teilnahme von mehreren Mitgliedern einer Initiative ist genauso möglich, wie die Teilnahme von Einzelpersonen. Eine österreichweite Streuung der TeilnehmerInnen liegt uns genauso am Herzen, wie die inhaltliche Breite.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden.
Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und einen konstruktiven Austausch.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Christian Konrad & Dr. Ferry Maier
und das Team der Allianz “Menschen.Würde.Österreich”

 

Das Programm des Tages im Überblick (Änderungen vorbehalten)

Moderation: Delna Antia-Tatic (das biber)

VORMITTAG

  •  9.00 Uhr: Einlass. Frühstück.
  • 10.00 Uhr: Offizieller Beginn. Begrüßung durch die Moderatorin Delna Antia-Tatic und Dr. Christian Konrad (Initiator der Allianz “Menschen.Würde.Österreich”)

 

  • 10.15 Uhr: Impuls. “Living Books”: Kholoud Alenglizi (Verein “Die Brücke des Friedens”)

  • 10.45 Uhr: Update “Modernes Bleiberecht – Miteinander zahlt sich aus”. Dr.in. Stephanie Krisper (Nationalratsabgeordnete NEOS) und Dr. Ferry Maier (Allianz “Menschen.Würde.Österreich) 

 

  • 11.15 Uhr: Podiumsdiskussion “Rechtsstaat in Gefahr – Fokus Asylwesen”

Moderation:
Dr. Oliver Scheiber – Richter, Leitung des Bezirksgerichts Wien 1120

TeilnehmerInnen:
– Mag. Ronald Frühwirth – Asylanwalt 
– Dr.in Irmgard Griss – NEOS-Abgeordnete und OGH-Präsidentin a.D.
– Hon.-Prof. Dr.in Maria Berger – Richterin am EuGH, Justizministerin a.D., Initiatorin der Petition „Rettet die Justiz“ 
– ao. Univ.Prof. i.R. Dr. Hannes Tretter (Co-Gründer des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte)

Anschließend Fragen & Antworten zur Podiumsdiskussion.

12.45 – 13.40 Uhr: Pause. Mittagessen. 

NACHMITTAG – IMPULSE & WORKSHOPS: PSYCHOSOZIALE GESUNDHEIT

  • 14.00 Uhr: Impulse: Traumata/ Die Angst vor Abschiebungen als ständige Begleitung – psychische Gesundheit von Geflüchteten und Ehrenamtlichen

Dr.in Judith Kohlenberger – WU Wien: Zur Prävalenz von Depressionen und Angststörungen unter Geflüchteten in Österreich.

– Mag. Margit Wild – Hemayat: Traumata bei Geflüchteten

  • 14.30 Uhr: Workshops
    Vorstellung der Workshop-Vortragenden/Initiativen auf der Bühne

 

 DAS WORKSHOP-ANGEBOT.

Um Anmeldung mit Nennung des gewünschten Workshops wird unter office@mwoe.at gebeten (First come – first serve!).
Die Plätze in den Workshops sind limitiert. Die Workshops sind  nur für jene TeilnehmerInnen zugänglich, die von uns eine Bestätigung per E-Mail erhalten haben!  Ist Ihnen eine Teilnahme an einem bereits angemeldeten Workshop doch nicht möglich, bitten wir Sie uns das unbedingt mitzuteilen, damit wir gegebenenfalls freie Plätze nachbesetzen können. Vielen Dank!

 

1. Workshop gegen die Angst (Mag. Erika Kudweis – PatInnen für alle) 
Dieser Workshop bereitet PatInnen/HelferInnen/BetreuerInnen von AsylwerberInnen bzw. subsidiär Schutzberechtigten auf eine Verhandlung im Asylverfahren vor. Informationen über Basics in der Kommunikation, Rahmenbedingungen einer Verhandlung und Verhaltensoptionen sollen Sicherheit geben. Außerdem sollen die TeilnehmerInnen aus der Ohnmacht geführt werden und danach eine konkrete Vorstellung haben, wie sie sich nun vorbereiten können. (Keine Rechtsberatung!) Schützlinge sind auch herzlich willkommen!

2. Paradoxienmanagement. Tetralemma-Arbeit. (Mag. Dr. Sonja Novak-Zezula – Center for Health & Migration) 
Widersprüchliche Anforderungen unter einen Hut bekommen, die Erwartungen des einen enttäuschen müssen um die Erwartungen des anderen zu erfüllen, in der Klemme stecken, dass man es keinem wirklich recht machen kann … Das gehört oft zum beruflichen und auch privaten Alltag. In diesem Workshop geht es darum, Methoden kennenzulernen, wie mit solchen Widersprüchen gut umgegangen werden kann, und sie auszuprobieren.

3. Umgang mit Traumata bei Jugendlichen. Interventionsarbeit “Der Mensch hinter der Maske” (Arash Razmira, MSc. – act NOW) AUSGEBUCHT!
Arash Razmira ist Teil der “NOW Working Group Trauma Surviving”, einer interdisziplinären und internationalen Expertengruppe auf dem Gebiet des Traumaüberlebens. Die Arbeit der Gruppe konzentriert sich auf die Linderung der Auswirkungen traumatischer Erlebnisse auf junge Menschen.
Die Gruppe erstellt Hilfsmittel für die psychologische, psychotherapeutische Behandlung der posttraumatischen und andauernden Traumatisierung und entwickelte psycho-erzieherische Broschüren, um das Bewusstsein für Traumata und ihre Symptome zu schärfen und die betroffenen Jugendlichen zu ermutigen, Unterstützung zu erhalten.

4. Umgang mit traumatisierten Menschen – Unterstützung | Möglichkeiten | Grenzen | Selbstfürsorge (Mag. Margit Wild – Hemayat)
Was brauchen traumatisierte Menschen? Wie können BegleiterInnen unterstützend sein? Vorstellung konkreter unterstützender Handlungsmöglichkeiten. Die Grenzen von Unterstützung und die Gefahr von Sekundärtraumatisierung. Die Wichtigkeit von Psychohygiene und Selbstfürsorge.

5. Kampagne #fairlassen – für eine unabhängige Asylrechtsberatung. Gegen Isolation. (Dr. Herbert Langthaler – Asylkoordination)
Im Jahr 2019 hat die letzte Regierung eine fundamentale Änderung im Asylwesen auf den Weg gebracht, die sich verheerend auswirken wird: Das Gesetz zur Errichtung einer Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen. Die Träger und UnterstützerInnen von #fairlassen sind überzeugt und setzen sich dafür ein, dass ein rechtsstaatliches und faires Asylverfahren gewährleistet werden muss, denn es droht nicht weniger als das Ende der unabhängigen Asylrechtsberatung in Österreich und die weitreichende Isolation Schutzsuchender.

6. Gesundheit und Gesundheitszugang von Geflüchteten: Was sagt die Forschung? (Dr.in. Judith Kohlenberger- WU Wien, Institut für Sozialpolitik)
Es wir das subjektive Wohlbefinden von Geflüchteten in Österreich, ihren Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung sowie die Prävalenz von Angststörungen und Depressionen beleuchtet. Es werden die zentralen Ergebnisse aus der Studie Refugee Health and Integration Survey (ReHIS) präsentiert, welche Anfang 2018 unter 500 syrischen, irakischen und afghanischen Geflüchteten durchgeführt wurde.

7. Recht – Was tun nach dem zweiten Negativbescheid? (Mag. Ronald Frühwirth) AUSGEBUCHT!

 

  • 16.30 Uhr: Pause

 

  • 16.50 Uhr: Premiere des Projekts “Neue ZeitzeugInnen”

Moderation: Julia Demmer – erinnern.at

Dazu inspiriert hat uns folgendes Video von UNICEF Deutschland:
“Zwei Leben, zwei Kriege, aber eine Flüchtlingsgeschichte von Harry und Ahmed”: 

     Ein NS-Zeitzeuge und ein junger Mann, der 2007 nach Österreich geflüchtete ist, erzählen von ihren Erfahrungen (Flucht, Krieg, die Ankunft in einem “neuen” Land, Integration, Anders-sein…) unter der Moderation von erinnern.at . Ist Flucht damals und heute wirklich so anders? 

    Der Hintergrund: Gemeinsam mit erinnern.at (Institut für Holocaust Education im Auftrag des Bildungsministeriums) arbeiten wir seit einigen Wochen an dem Projekt “Neue ZeitzeugInnen”. Unser Ziel ist es Bewusstsein zu den Themen Flucht, Krieg und Integration bei jungen Menschen zu schaffen und Gefühle zu vermitteln. erinnern.at fördert den Transfer von historischem und methodisch-didaktischem Wissen sowie die Reflexion seiner Bedeutung für die Gegenwart. Das Projekt möchten wir im Jänner als Pilotprojekt an einer Wiener Schule weiter umsetzen. 

     

     Wer sind unsere ZeitzeugInnen am 23. November 2019 auf der Bühne?

    Dr. Ludwig “Lutz” Popper (81 Jahre, Wien)
    Nachdem die Nazis Ludwig Poppers Vater, einem jüdischen Arzt, ein Berufsverbot auferlegt hatten, flüchtete er erst in die Schweiz, dann erhielt die ganze Familie 1939 ein Visum für Bolivien. Schließlich gelang die Flucht, die Familie überlebte den Krieg im fernen Bolivien. Nach Kriegsende, im November 1947, kamen sie zurück nach Wien. In ihrer Heimatstadt hatte die Familie keine Verwandten mehr, Ludwig Popper lernte in der Schule, was es bedeutete, Jude zu sein. 

     

    Dr. Ludwig “Lutz” Popper spricht in Schulen und bei Gedenkveranstaltungen über die Erfahrungen seiner, teilweise jüdischen Familie während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Sein eigenes Erlebtes, z.B. wie sich der Antisemitismus in der Bevölkerung ausbreitete und im ersten Höhepunkt im Novemberpogrom 1938 gipfelte, verknüpft er mit aktuellen Tendenzen. Er zeigt auf, mit wie vielen und welchen Gesetzen Juden diskriminiert und aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden und warnt vor aktuellem Nationalismus und der Hetze gegen Minderheiten. Was Popper heute den Schülern mitgibt, wenn er in die Klassen geht? “Das Entscheidende für mich ist, es Kindern klar zu machen, dass alle Menschen gleich sind.”

     

    Mojtaba Tavakoli (25 Jahre, Klosterneuburg, ursprünglich aus Afghanistan)
    Als 13-jähriger floh Mojtaba 2007 aus Afghanistan. Es war nie geplant, nach Österreich zu kommen, ihm ging es nur darum, in Sicherheit zu sein. Sein Weg führte ihn über den Iran und die Türkei nach Griechenland. Auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland verlor er in den Fluten des Mittelmeers seinen älteren Bruder. Nach der Ankunft in Griechenland beantragte er Asyl, jedoch erst in Österreich konnte er letztendlich ein Asylverfahren in die Wege leiten. Im Sommer 2007, drei Monate nach Antragsstellung, erhielt er subsidiären Schutz. Eine Patenfamilie und ein engagierter Hauptschuldirektor haben ihm den Weg in die österreichische Gesellschaft erleichtert. Mojtaba hat mittlerweile einen positiven Asylstatus, arbeitet heute mit einem Marie-Curie-Stipendium am Institute of Science and Technology in Klosterneuburg und ist auf der Zielgerade zu seinem Doktorratsstudium in Neurowissenschaften. 

     

    • 18.00 Uhr: Ausklang. Getränke & Brötchen.

     


    Einverständnis Event-Fotos
    Mit Ihrer Zusage zum Event erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie auf den Eventfotos der Allianz „Menschen.Würde.Österreich“ im Rahmen des 3.Vernetzungstreffens am 23. November 2019 zu sehen sind. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, teilen Sie uns das bitte im Rahmen Ihrer Anmeldung oder unserem Team vor Ort mit. Vielen Dank!

     

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