Kinderabschiebungen stoppen!

Einem Aufruf der Volkshilfe Wien folgten am 3.Februar 2021 zahlreiche NGOs und Personen, die sich gegen die Abschiebungen von Familien nach Georgien und Armenien eine Woche zuvor aussprachen. Unter den RednerInnen befanden sich Anna Steiger vom Ute-Bock-Haus, Tierra Rigby als Klassensprecherin der HLW10, Ilkim Erdost von den Wiener Jugendzentren, Christian Oxonitsch von den Kinderfreunden, Michael Häupl als Präsident der Volkshilfe Wien, Theo Haas als Schulsprecher der Stubenbastei, Cornelius Obonya von der Initiative Courage, Gerlinde Affenzeller von SOS Mitmensch und Erich Fenninger als Sprecher der Plattform für eine menschliche Asylpolitik.

Unser Initiator Christian Konrad zeigt sich empört über die Art und Weise der Abschiebungen und nennt diese „unvernünftig und dumm“. Er fordert einmal mehr die audiovisuelle Aufzeichnung von Befragungen in Asylverfahren und eine justizinterne RichterInnenausbildung, um die Verfahrensqualität im Asyl- und Fremdenrecht zu fördern.

Michael Häupl erinnert an die Proteste vor 14 Jahren rund um die Abschiebung von Arigona Zogaj und fordert den Innenminister auf. „Lassen Sie uns helfen“. Cornelius Obonya von der Initiative Courage – Mut zur Menschlichkeit erinnert den Innenminister: „Humanitas ist kein Schuhgeschäft“ und verlangt von der Regierung, Fragen des Fremdenrechts im Sinne der Menschlichkeit anstatt auf dem Rücken von Kindern zu regeln. Gerlinde Affenzeller von SOS Mitmensch kritisiert die Einbürgerungspolitik Österreichs, die zu den restriktivsten Europas zählt und stellt klar: „Wer wie Tina und ihre kleine Schwester hier geboren ist, ist von hier.“

Doch nicht nur NGOs, sondern auch die Jugend meldet sich zu Wort: Tierra Rigby, die Klassensprecherin der Klasse von Sona und Ashot aus der HLW10, sieht die Schuld an den Abschiebungen nicht bei den Eltern, sondern bei der österreichischen Bundesregierung. Theo Haas, Schulsprecher der Stubenbastei Wien, kritisiert: „Ich kann dieses Recht muss Recht bleiben nicht mehr hören. Wenn das Recht nicht für die Menschen und für die Kinder da ist, muss es geändert werden.“

 

Gastkommentar von Christian Konrad aus “Die Presse” vom 1.Februar 2021 hier nachlesen

Gastkommentar von Ferry Maier aus “Tiroler Tageszeitung” vom 2.Februar 2021 hier nachlesen

(c) Volkshilfe

#hiergeboren – Kampagne von SOS Mitmensch

#hiergeboren ist eine Kampagne, die SOS Mitmensch kürzlich gestartet hat. Es geht um die Einbürgerung hier geborener Kinder und Jugendlicher. Derzeit ist die Entwicklung leider so, dass immer mehr in Österreich geborene Kinder keine Chance auf die österreichische Staatsbürgerschaft haben.

Grund dafür sind die sozial ausgrenzenden Einbürgerungshürden. So müssen Eltern ein Mindesteinkommen nachweisen, damit ihre hier zur Welt gekommenen Kinder eine Chance auf Einbürgerung haben. Für viele Eltern mit niedrigem Einkommen oder ohne Erwerbsarbeit ist das unmöglich. In anderen Ländern werden alle Kinder, die im Land zur Welt kommen, automatisch eingebürgert. In Österreich ist das nicht einmal dann der Fall, wenn die Eltern schon viele Jahre hier leben. Das hat negative Auswirkungen auf die Zukunft der Kinder und das Zusammenleben in Österreich.

Aus diesem Grund hat SOS Mitmensch unter dem Motto „#hiergeboren“ eine große Kampagne gestartet um die unfaire Ausgrenzung von jungen Menschen endlich zu beenden. Hier der Link zur Kampagnenseite: 

www.sosmitmensch.at/hiergeboren

Damit es gelingt, eine Änderung herbeizuführen, braucht es viel Informationsverbreitung und Mobilisierung. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr die Infos zur #hiergeboren-Kampagne weiterverbreitet und zur Unterzeichnung der Forderung nach fairen Einbürgerungsbedingungen aufruft.

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